Ein holpriger Weg

Straßensperre

Heute stieß ich bei meinem täglichen Spaziergang durch die Felder von Racour plötzlich auf eine Straßensperre. Ein großes Verbotsschild mit einem leuchtend orangefarbenen Umleitungs-Pfeil davor.

Dieses Schild und auch die Absperrgitter dahinter versperrten mir meinen üblichen Weg. Seltsam, mitten auf einem Feldweg auf dieses Hindernis zu stoßen, ohne dass dahinter irgendwelche Arbeiten zu sehen waren, die den Weg blockiert hätten.

Instinktiv schlug ich den Weg ein, auf den der Umleitungs-Pfeil zeigte. Nach einigen Schritten kehrte ich bewusst um und stellte mich direkt vor das Hindernis. Ich nahm mir die Zeit, kurz in mich hineinzuhören und zu spüren, wohin ich gehen durfte. Da wurde mir klar, dass mein Körper dem Weg der Umleitung folgen durfte. Ich setzte meinen Weg fort und war mir nun bewusst, dass ich meine Entscheidung nicht aus meinem „Bitte“-Muster heraus traf, sondern darauf hörte, was mein Körper mir sagte.

Holprige Straße

Das ist durchaus symbolisch, denn der Weg, den ich eingeschlagen habe, war eine mit Kopfsteinpflaster gesäumte Hohlstraße, statt der ebenen Straße, die ich normalerweise nehmen würde. Mein Lebensweg und auch der meiner Laufbahn als Therapeutin ist nämlich ebenfalls ein Weg voller Hindernisse und Umwege. Nicht immer der einfachste, glatt gepflasterte Weg, sondern einer mit Kopfsteinpflaster, das manchmal ziemlich holprig ist. Kein gerader Weg, sondern ein gewundener und mäandernder Pfad voller Überraschungen und gelegentlich auch Enttäuschungen.

Es ist jedoch mein Weg. Ich gebe nicht auf und bin eine echte Kämpfernatur. Auch wenn es nicht immer einfach ist, meinem eigenen holprigen Weg zu folgen, und es manchmal einfacher wäre, dem ebenen, schön gepflasterten Weg zu folgen. Dann würde ich jedoch die Überraschungen des Lebens und die damit verbundenen Herausforderungen verpassen. Hinfallen und wieder aufstehen und manchmal in die Pfützen springen, wenn der verspielte kleine Junge in mir zum Vorschein kommt. Diese neugierige, unbeschwerte Haltung des inneren Kindes zum Vorschein kommen lassen, während ich meinen eigenwilligen Weg gehe.

 

Und auch den Mut zu haben, wieder zu den Grundlagen und zum Hauptweg zurückzukehren, wenn ich merke, dass sich sehr viele Seitenwege gebildet haben. Zurück zu den Grundlagen. Zurück nach innen, zu meinen Wurzeln, um zu spüren, wo meine „Zone of Genius“ liegt, was mir mühelos gelingt und wie ich meinen Flow wiederfinden kann, wenn ich ihn kurzzeitig aus den Augen verloren habe.

Der eigene Weg (nach innen)

Seit ich Ende Januar wegen Corona gezwungenermaßen sieben Tage zu Hause bleiben musste und auch nicht arbeiten konnte, ist mir erneut bewusst geworden, wie wichtig diese Momente der Selbstreflexion und Besinnung sind. Dafür möchte ich mir mehr Zeit und Raum nehmen. Um zu spüren, wo mein Herz und meine Leidenschaft liegen, wo ich noch wachsen darf, was ich loslassen darf und worauf ich meinen Fokus (stärker) richte. Noch mehr aus meinem Sehnen heraus leben und mein „Bitte“-Muster sowie hinderliche Überzeugungen immer wieder hinterfragen, damit mein eigener, weiser Weg in all seiner Schönheit und Unvollkommenheit immer klarer wird.

Auf dem Heimweg wurde dies durch einen Traktor mit Anhänger voller duftendem Mist bestätigt, der an mir vorbeifuhr. Das war für mich die Bestätigung, dass ich meinen eigenen Weg und die Samen, die ich entlang dieses Weges gepflanzt habe, mit zusätzlichem Dünger versorgen darf, damit sie alle Möglichkeiten erhalten, in vollen Zügen zu wachsen und zu blühen. 

 

Kennen Sie das?

  • Wie gehst du mit Hindernissen um, die sich dir in den Weg stellen?
  • Lässt du dich von deinem Kopf, deinem Herzen oder deinem Bauch leiten?
  • Nimmst du dir genügend Zeit und Raum für dich selbst, um zu spüren, was zu dir passt und was du loslassen darfst?
  • Wie gehst du deinen eigenen Weg?
  • Und wie versorgst du deine Leidenschaften mit ausreichend Dünger?

Ich bin gespannt auf deine Geschichte.

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