Die stille Mitte

Die stille Mitte ist der Ort, an dem ich mich in letzter Zeit immer öfter aufhalten möchte. Der Ort der Meditation, der Achtsamkeit. Dieser liebevolle, neutrale und urteilsfreie Ort, an dem es nur das Sein gibt, an dem nichts muss und nichts soll. Es ist auch der Ort des Nicht-Wissens. Dieses Bewusstseinsfeld, in dem der Verstand zu einem „No-Mind“ wird und sich die Dinge entfalten. Wo das Unsichtbare sichtbar wird und der Verstand dies unmöglich begreifen kann. Mindblowing. Es sprengt einem den Verstand.

Der Ort der reinen Liebe, des reinen Bewusstseins. Der Ort des Loslassens und der Hingabe. Des Seins mit dem, was ist. Die stille Mitte als Quelle, um inmitten des Chaos, das die Welt derzeit ist, neue Kraft zu schöpfen. Der Weg nach innen, hin zur Treue zu sich selbst, auch wenn dies weitreichende Konsequenzen hat. Alte Wunden, die wieder aufgerissen werden. Wunden durch Ausgrenzung, Segregation, Anderssein, Diskriminierung. Gehöre ich dazu, wenn ich wirklich ich selbst bin? Bin ich noch willkommen, wenn ich für meine Ideale einstehe?

Wer bin ich? Wie halte ich mein Herz offen in einer Gesellschaft, die Angst und Polarisierung sät? Darf ich auch einfach ich selbst sein und über mein eigenes Leben und meinen eigenen Körper entscheiden? Oder wird für mich entschieden und werde ich freundlich gebeten, mich anzupassen und einfach das zu tun, was andere für mich für richtig halten? Wie bringe ich mein persönliches Gewissen mit dem gesellschaftlichen Gewissen und dem kollektiven Gewissen in Einklang? Wie tue ich mir selbst Gutes, während ich gleichzeitig anderen Gutes tue? Wie bringe ich mein individuelles Sein mit dem Gruppengewissen und dem kollektiven Feld in Einklang?

Diese und noch so viele weitere Fragen dürfen sich im Stillen Zentrum offenbaren. Lasst sie einfach im offenen Raum der Liebe und des Mitgefühls nachhallen. Ohne vorgefertigte Antworten, sondern aus Verbundenheit, Zusammengehörigkeit und Respekt vor der Einzigartigkeit und Individualität jedes Einzelnen. Jeder Mensch ist etwas Besonderes und hat das Recht, dazuzugehören. Lasst uns verbinden, statt zu spalten. Lasst uns einander Respekt entgegenbringen, statt zu urteilen oder zu verurteilen. Lasst uns einander die Hand reichen und einander helfen.

Was spielt es denn für eine Rolle, ob man geimpft ist oder nicht? Was spielt es für eine Rolle, woher du kommst, welche (körperlichen oder geistigen) Fähigkeiten du hast, welche Hautfarbe, welches Geschlecht, welche Geschlechtsidentität oder welche sexuelle Orientierung du hast, welchem Glauben du anhörst oder welche politische Überzeugung du vertrittst? Ich wünsche mir eine Welt, in der Liebe, gegenseitiger Respekt, Kontakt, Verbundenheit und Offenheit im Vordergrund stehen. Eine Welt mit Respekt voreinander und vor der Einzigartigkeit jedes Einzelnen, im Einklang mit Mutter Erde – eine Welt, in der Ökonomie und Ökologie Hand in Hand gehen mit einem menschenwürdigen Leben für alles und jeden auf dieser Erde. Wo Heilung auf individueller, gesellschaftlicher, kollektiver und spiritueller Ebene stattfindet. Daran glaube ich, wenn wir alle unsere Herzen weit offen halten und die Liebe fließen lassen. Dann entfaltet sich die stille Mitte und wir gelangen zum Kern, zur Essenz dessen, was es wirklich bedeutet, Mensch zu sein!

Mit Liebe, aus Liebe und mit herzlichen Grüßen,

Tuur Utsav van Hove

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