Eine innere Reise zur Existenz

„Ich darf ganz ich selbst sein!“

Manchmal führt uns das Leben auf einen Weg der tiefen Selbstreflexion. Diese Woche habe ich eine solche innere Reise unternommen, auf der ich erneut mit einem alten, aber immer tiefer nachhallenden Thema konfrontiert wurde: dem Recht auf Existenz.

Ich möchte euch auf meine innere Reise mitnehmen, auf der ich tief in mich hineingeschaut, alte Muster entdeckt und mich ein Stück weit befreit habe.

Erste Erkenntnisse: Von der Unsicherheit zum Mehrwert

Es begann mit einer intensiven Selbstreflexion während des „Insight I – The Awakening Heart“-Seminars. Bei einer Übung stieß ich wieder auf dieses bekannte, quälende Gefühl, „nicht gut genug zu sein“ und „wertlos zu sein“. Ein Gefühl, das so tief in mir verwurzelt ist, dass es fast wie von selbst auftaucht. Doch dieses Mal entstand daraus etwas Neues: ein Mantra, das mir für den Rest meiner Woche als Anker dienen sollte:

„Ich bin wertvoll und bekomme, was ich brauche.“

Das wurde zu meinem Halt, zu meinem kleinen Schritt. Jeden Tag aufs Neue diese Worte auszusprechen und sie in meinem ganzen Wesen zu spüren.

Auslöser als Wachstumschancen

Als ich am Sonntagabend vom Seminar nach Hause kam, wurde ich durch einen Auslöser im Umgang mit meinem Mann emotional berührt. Kein großer Konflikt, sondern einer dieser Momente, die einem unter die Haut gehen und noch lange nachwirken. Diese Emotion hallte in den folgenden Tagen weiter nach. 

Am Montag sprach ich mit einem Freund darüber, der ebenfalls Therapeut ist. Während wir spazieren gingen und uns unterhielten, spürte ich, wie sich das Thema des Wochenendes weiter entfaltete, bis ich zum Kern gelangte: Daseinsberechtigung.

Habe ich das Recht, hier zu sein? Darf ich ganz ich selbst sein? Bin ich wertvoll, ohne dass ich das irgendwie beweisen muss? Das sind Fragen, die mich schon öfter beschäftigt haben, aber dieses Mal habe ich sie auf einer tieferen Ebene gespürt.

Irgendwann sprach ich die folgenden Worte aus:

„Ich möchte keine Kompromisse mehr eingehen. Ich möchte ganz ich selbst sein können.“

Diese Worte trafen mich wie ein Blitzschlag. Sobald ich sie ausgesprochen hatte, spürte ich eine tiefgreifende emotionale Reaktion. Die Erkenntnis, dass ich jahrelang unbewusst Teile von mir angepasst hatte, um mich „anzupassen“, berührte mich zutiefst. Als ob meine Seele mich endlich etwas aussprechen ließ, was ich schon immer gewusst, aber nie ganz zu fühlen gewagt hatte.

Körperarbeit und Loslassen

Am Mittwoch hatten mein Mann und ich eine Paartherapie-Sitzung. Wir sprachen nicht nur über die Auslöser vom Sonntag, sondern auch über unser tiefstes Verlangen: eine Verbindung auf der Ebene von Herz und Seele. Doch oft stehen alte Wunden und Überlebensstrategien zwischen uns und dieser reinen, tiefen Verbindung.

Und dann kam mein Thema wieder zur Sprache: Daseinsberechtigung. Durch Körperarbeit konnte ich es vollständig durchfühlen und sogar körperlich loslassen. Mein Körper gab endlich alles frei, was ich in den letzten 47 Jahren in mir aufgestaut, heruntergeschluckt und versteckt hatte. Tränen, Laute, Bewegung. Es war wie eine Medizinreise – nur ohne Medikamente.

Und dann, am tiefsten Punkt dieses Prozesses, wurde ich liebevoll aufgefangen. Von meinem Mann. Von den Therapeuten. Durch die Worte:

„Du darfst ganz du selbst sein.“
„Ich sehe dich.“

Ich spürte es in jeder Zelle meines Körpers.

Eine tiefere Ebene: mein ungeborener kleiner Bruder

Als Sahnehäubchen erhielt ich während meiner Intervisionsgruppe eine Aufstellung, in der die Themen Daseinsberechtigung, Wertlosigkeit und das Bedürfnis, anderen zu gefallen, deutlich wurden. Irgendwann bemerkte ich, dass jemand fehlte. Ich fügte eine Person hinzu, ohne zu wissen, für wen oder was sie stand.

Irgendwann fragte mich dieser Vertreter: „Hast du einen kleinen Bruder?“

Diese Worte haben mich tief berührt. Nach meiner Geburt gab es eine Fehlgeburt, und ich hatte immer das Gefühl, dass dies ein kleiner Bruder war. In der Aufstellung konnte ich Kontakt zu ihm aufnehmen. Zu der kleinen Seele, die nicht geboren wurde. Und vielleicht … vielleicht habe ich in den letzten Jahren unbewusst dafür gebüßt, dass ich lebe und er nicht.

Jetzt wird mir klar: Ich ehre ihn am meisten, indem ich mein Leben in vollen Zügen lebe.

Neue Wahrheit, neue Energie

Seitdem habe ich ein neues Mantra, das mich begleitet:

„Ich darf ganz und gar da sein und erhalte im Überfluss.“

Und genau das übe ich weiterhin: mir selbst Raum zu geben. Mich nicht mehr schuldig zu fühlen, nur weil ich existiere. Nicht mehr zu denken, dass ich Raum einnehme, den ein anderer braucht.

Diese Reise ist noch nicht zu Ende, aber ich bin unglaublich dankbar. Dankbar für diesen Prozess, für die Menschen, die mich begleiten, und dafür, dass ich dies ohne Schuldgefühle oder Scham teilen darf.

Ich teile das, weil ich weiß, dass ich nicht allein bin. Dass viele von uns diese tief verwurzelten Muster kennen. Und ich möchte dir sagen: Ich sehe dich.

Vielen Dank, dass du das hier liest. Vielen Dank, dass ich das hier teilen darf. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen, aber das muss er auch nicht sein. Er fließt einfach. Und ich lasse mich vom Fluss des Lebens mitreißen.

Und vielleicht – wenn du das hier liest und etwas in dir mit meiner Geschichte in Resonanz geht – möchte ich dich auch dazu einladen, dir diesen Raum für dich selbst zu nehmen. Denn du darfst ganz und gar da sein. Du bist wichtig. Du bist gut, so wie du bist, und du bist es wert!

Mit Liebe,

Tuur

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6 Kommentare, schreib doch auch einen Kommentar!

  1. De Meyer Beatrijs 1 Jahr vor

    „Ich darf ganz und gar da sein und erhalte im Überfluss“
    Gemeinsam unterwegs, doch allein.
    Deine sanfte Kraft findet in mir Widerhall.
    Danke, Tuur, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst.

    1. Tuur Van Hove 1 Jahr vor

      Vielen Dank, liebe Bé ♡

  2. Koen 1 Jahr vor

    ♡ Vielen Dank, dass du das geteilt hast ♡

    1. Tuur Van Hove 1 Jahr vor

      ♡♡♡

  3. Niekie 9mnd vor

    Lieber Tuur, deine Geschichte berührt mich. Vielen Dank, dass du sie mit uns geteilt hast. Liebe Grüße, Niekie 🦋

    1. Tuur 9mnd vor

      Vielen Dank, Niekie ❤️

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